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Berufsorientierung in Deutsch als Zweitsprache
Inhalt
Dazu kommt, dass nicht alle Angebote zur beruflichen Orientierung sprachsensibel gestaltet sind. Als Lehrkraft oder Pädagog*in kannst du viel bewirken, wenn du dich mit deinen Schüler*innen regelmäßig und abwechslungsreich mit dem Thema Berufsorientierung auseinandersetzt. Denn die Berufswahl ist keine einfache Entscheidung: Nur knapp ein Drittel tut sich leicht mit dieser Entscheidung (vgl. Schleer/Calmbach 2022, 76).
Handlungsperspektive Berufsbilder
Vor diesem Hintergrund sollte Berufsorientierung für Schüler und Schülerinnen in verschiedenen Unterrichtskontexten integriert werden. Und besonders Jugendliche mitgedacht werden, die sich schwertun. Das kann viele Gründe haben: fehlendes Wissen über Anlaufstellen, wenig Unterstützung im privaten Umfeld, sozio-ökonomische Gründe, Zukunftsängste oder mangelnde Sprachförderungsangebote. Möglich ist auch, dass viele Schüler*innen nicht alle Berufe kennen, die zu ihren Kompetenzen und Stärken passen. Viele wünschen sich daher mehr Infos über konkrete Berufe und Arbeitsalltage (vgl. Giek/Seifreid 2023, 126). Hierzu bieten Berufsbilder eine ideale Gelegenheit, niederschwellige und praxisorientierte Einblicke in Ausbildungen und Berufsalltage zu erhalten. Achte auf diese Punkte, wenn du in deiner Klasse mit Berufsbildern arbeitest:- Verankere Berufsbilder in verschiedenen Unterrichtskontexten und -fächern.
- Mache Berufsalltage erfahrbar und stelle konkrete Informationen bereit: Was sind die Arbeitsbedingungen? Wie sieht die Ausbildung aus? Was sind typische Aufgabenbereiche?
- Gehe transkulturell sensibel um und reflektiere mit den Jugendlichen: Wie wird welcher Beruf angesehen? Ist das unterschiedlich? Spielt Ansehen eine Rolle für mich?
- Integriere diskriminierungskritische Perspektiven: Vermeide Begriffe wie Frauenjobs oder Männerjobs und ermutige die Schüler*innen, dass Berufe für alle da sind. Bemühe dich, keine Stereotypen zu reproduzieren.
- Kläre deine Schüler*innen über ihre Rechte auf: Was ist am Arbeitsplatz (nicht) erlaubt? Welche Rechte habe ich als Azubi?
Sprachsensible Berufsorientierung im DaZ-Unterricht
Als Lehrkraft hast du viele Möglichkeiten, deine Schüler*innen bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen. Dabei steht eins fest: Der oder die Schüler*in und was dieser junge Mensch individuell mitbringt, steht im Vordergrund. Frage also deine Jugendlichen, was sie interessiert oder worüber sie gerne mehr erfahren möchten.
Außerdem kannst du diese Empfehlungen für sprachsensible berufliche Orientierung berücksichtigen:
- Übt aktiv Wortschatz zu komplexen Themen wie Lebenslauf oder das Arbeiten am Computer.
- Macht ein Rollenspiel zur Bewerbung oder trainiert das Nachfragen im Bewerbungsgespräch.
- Thematisiere unangenehme Fragen, die deinen Schüler*innen während des Bewerbungsprozesses begegnen könnten, und findet Strategien zur Resilienzförderung.
- Reflektiert Stärken und Kompetenzen, recherchiert passende Praktika und bereitet diese nach.
- Nutze Bilder und Grafiken, um möglichst viel zu verbildlichen.
- Differenziere Informationstexte und biete (mehrsprachige) Erklärungen zu neuen Wörtern an.
Es bietet sich auch an, Berufsorientierung breit zu denken: Hierbei kann die Beschäftigung mit Future Skills gewinnbringend sein. Denn diese Zukunftskompetenzen zeigen auf, was der aktuelle und zukünftige Arbeitsmarkt verlangt. Zu Future Skills zählen u.a. Nachhaltigkeits-, Demokratie-, Kooperations- oder Medienkompetenz, welche sich im sprachsensiblen Unterricht integrieren lassen.
Unsere Angebote zum Thema Berufsorientierung in DaZ
Nächster Termin
Donnerstag, 26.02.2026, 15:00 - 17:00
Für diesen Workshop gibt es derzeit keine anstehenden Termine.