Die Erfahrungen aus den Deutschkursen für Geflüchtete zeigen, dass wir auf Menschen treffen, die ganz unterschiedlich offen für das Erlernen der neuen Sprache sind. Manche lernen schnell und erreichen das angestrebte Sprachniveau, einige zeigen Schwierigkeiten voranzuschreiten oder auch nur am Kursgeschehen teilzunehmen, obwohl sie durchaus motiviert sind. Ähnliches kennen wir schon aus dem Unterricht mit Migrant*innen. Doch woran liegt das? Was geschieht mit einem Menschen im Prozess der Flucht und Migration und inwieweit beeinflussen diese Erfahrungen das Lernen?
Die engen Verbindungslinien zwischen Sprachverlust und -aneignung auf der einen Seite und Migrations- und Fluchterfahrung auf der anderen Seite werden im Vortrag nachgezeichnet und psychoanalytisch begründet. Diese Zusammenhänge machen die Notwendigkeit deutlich, das Klassenzimmer nicht nur emotional, sondern vor allem auch sprachlich als „sicheren Ort“ zu gestalten. Zugänge, die die Mehrsprachigkeit der Lernenden aufgreifen, erfüllen diese Notwendigkeit und werden vorgestellt und diskutiert.
Impulsgeberin:
Verena Plutzar ist Germanistin mit Schwerpunkt auf Deutsch als Zweitsprache, Universitätslektorin, Erwachsenenbildnerin, Supervisorin und Coach. Seit 1991 praktisch und theoretisch mit der Frage befasst, wie Menschen, die nach Österreich kommen die deutsche Sprache gut lernen und dabei viele verschiedene Bereiche erkundet: Fragen des Spracherwerbs, Zusammenhänge von Sprachenlernen und Migrationserfahrungen, Flucht und Trauma, interkulturelle institutionelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit und Sprachenpolitik.
Qualitätszirkel Lernen und Flucht:
Als Veranstalter*innen setzen wir uns für mehr Bildungsteilhabe für neuzugewanderte Schülerinnen ein. Der Qualitätszirkel Lernen & Flucht ist ein Netzwerkformat des Projekts Tragweite, das gemeinsam vom International Rescue Committee Deutschland und der SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik umgesetzt wird. Diese Veranstaltungsreihe wird von der Europäischen Union kofinanziert.


